Nimmersatte Sternleiche vor dem Kollaps
Nimmersatte Sternleiche vor dem Kollaps

Italienische Forscher haben einen ausgebrannten Stern entdeckt, der schon bald ein spektakuläres Comeback haben könnte. Das Objekt saugt ständig Materie von einem aufgeblähten Begleitstern ab – und hat beinahe jenen Punkt erreicht, an dem es unter seiner eigenen Schwerkraft kollabieren und als Supernova erstrahlen wird.
Illustration: NASA/JPL-Caltech
Der Schwellenwert, an dem der Weiße Zwerg RX J0648.0-4418 sein eigenes Gewicht nicht mehr wird tragen können, liegt bei rund 1,4 Sonnenmassen. Schon jetzt bringt er es auf 1,28 Sonnenmassen, schätzen Sandro Mereghetti vom Istituto di Astrofisica Spaziale e Fisica Cosmica in Mailand und seine Kollegen. “Damit ist er einer der massereichsten Weißen Zwerge, die zurzeit bekannt sindâ€, schreibt die Gruppe im Magazin “Scienceâ€.
Das kuriose Gespann ist rund 2.000 Lichtjahre von der Sonne entfernt und besteht aus höchst unterschiedlichen Partnern. Der eine ist ein ehemals sehr massereicher Stern, der im fortgeschrittenen Alter seine äußeren Gasschichten und damit einen großen Teil seiner Materie verliert. Ein Teil dieses Gases wird von seinem bereits ausgebrannten Begleiter, einem Weißen Zwerg, förmlich aufgesaugt. Dieser gewinnt dadurch nicht nur an Masse, sondern auch an Drehimpuls: Bereits jetzt dreht er sich alle 13 Sekunden um die eigene Achse.
Mereghetti und Kollegen nutzten das europäische Röntgenweltraumteleskop XMM-Newton, um das Doppelsystem ausführlich zu studieren. Die gut zwölf Stunden währende Beobachtung war so geplant, dass sie auch eine Bedeckung des Weißen Zwergs durch seinen Partner erfasste. Aus der Analyse dieses Ereignisses konnten die Forscher die Orientierung des Systems im Raum und die Massen der beiden Partner ableiten.
Forschung: Sandro Mereghetti, Andrea Tiengo und Paolo Esposito, INAF-Istituto di Astrofisica Spaziale e Fisica Cosmica di Milano, Mailand, und Istituto Nazionale de Fisica Nucleare, Sezione di Pavia, Pavia; und andere
Veröffentlichung Science, Vol. 325, 4. September 2009, pp 1222-3, DOI 10.1126/science.1176252













