Zweifelhafte Ermittlungsmethoden

Oktober 03, 2009 By: Otacun Category: Aliens, UFO

Zweifelhafte Ermittlungsmethoden

http://www.nice-links.de/Bilder/ufo-belgien5.jpg

Oder: Ein Paradebeispiel für die „Unvoreingenommenheit“ bei UFO-Falluntersuchungen

von Alexander Knörr und Marius Kettmann

Es ist fast wie damals, als wir noch Kinder waren; unsere Eltern gaben uns immer die „tollsten“ Ratschläge, die wir alle kaum befolgten. War es doch viel spannender, sich nicht darauf zu verlassen, dass man, wenn man z. B.  auf einem Geländer balanciert, wie angekündigt, früher oder später auf die Schnauze fällt, sondern dies so lange auszuprobieren, bis man wirklich gefallen ist. OK, man holte sich die Eine oder Andere Blessur, aber was soll´s? Wir waren damals viel zu viel damit beschäftigt, die Welt um uns zu erkunden als dass wir uns darüber Sorgen gemacht hätten.

Auch heute gibt es noch so einige gutgemeinte Ratschläge, die man mal mehr mal weniger beherzigt. Auch hier und heute sind wir selbst dafür verantwortlich die Blessuren davonzutragen und sollten dies dann auch mit erhobenem Haupte tun.

Kritischer wird es erst, wenn aus den guten Ratschlägen Regeln werden – Alltagsregeln im Job, im Straßenverkehr oder bei der Ausübung seines Hobbys. Dann sollte man eigentlich diese so gut wie möglich befolgen und sich nicht einfach darüber hinweg setzen. Vor allem aber, wenn man selbst immer behauptet, dass andere Mitstreiter sich über solche Regeln hinwegsetzen!

Als grenzwissenschaftliche Forscher werden wir alle von unserer Umwelt mehr oder weniger ernst genommen. Die Meinungen gehen da auseinander wie eine weit geöffnete Schere. Von voller Akzeptanz und Unterstützung bis hin zu vollendeter Ablehnung und Preisgebung der Lächerlichkeit in der Öffentlichkeit erleben wir ein sehr breites Spektrum an Reaktionen. Die grenzwissenschaftliche Forschung und die Erforschung des UFO Phänomens im Besonderen, lässt uns nicht sehr oft in einem glänzenden Licht stehen, sondern beschert uns immer wieder emotionale Tiefpunkte, wenn man wieder einmal von Passanten, Internet-Usern, Wissenschaft  oder der Presse nicht ernst genommen wird.

Viele UFO Falluntersucher sind selbst schuld an der Misere, denn allein mit ihrem Handeln disqualifizieren sie sich schon im Vorfeld und lassen wenig andere Schlüsse als Scharlatanerie zu. Einige wenige UFO Falluntersucher versuchen diesem Dilemma entgegenzutreten in dem sie eine Art Regelwerk in Online-Diskussionsforen und in email-Listen oder schriftlichen Publikationen fordern und eigentlich Vorgehensweisen vorschlagen, die normalerweise jedem einleuchten müssten. Eine dieser Vorgehensweisen ist sozusagen eines der „10 Gebote“ der UFO Forschung, nämlich die Unvoreingenommenheit mit der man an jeden Sichtungsfall, an jede Sichtungsmeldung herangehen sollte.

Was sich einfach anhört, ist oftmals gar nicht so einfach umzusetzen. Allerdings wird eine vorgefasste Meinung meist von den Sichtungsmeldern an den UFO Fallermittler herangetragen, wenn diese dann ihre Sichtung bereits bei der Meldung bewerten. Da fallen Äußerungen wie „das kann aber kein Ballon gewesen sein“ oder „das muss ein außerirdisches Fahrzeug gewesen sein“ und der Fallermittler muss nun als erstes einmal Fahrt herausnehmen und dem Sichtungszeugen klar vermitteln, dass man vorab davon ausgeht, dass es alles sein könnte, und nach dem Ausschlussverfahren dann an die Sache herangeht um der Lösung näher zu kommen. In den meisten Fällen war es dann doch ein Ballon, ein Wetterphänomen, ein Flugzeug oder ein Re-Entry – meist genau das, was die Sichtungszeugen vorab ausgeschlossen hatten.

Wir, als Fallermittler sollten jedoch Wertefrei an jede Sichtung herangehen – genau das bekommen wir immer wieder zu hören und genau das soll auch unsere Grundeinstellung sein. Wir wissen bei der Meldung noch nicht was es genau sein kann und sollten uns dann – so abstrus die Meldungen manchmal auch sind, wertefrei dieser nähern und diese unvoreingenommen untersuchen. Jeder Zeuge, der sich bei einer der UFO Forschungsgesellschaften oder bei einem der UFO Falluntersucher meldet, muss mit Respekt behandelt werden. Schließlich hat dieser Mensch ja etwas gesehen, das ihn beunruhigt, das ihn so beschäftigt, dass er sich meist über Internet informiert wer ihm dann weiterhelfen könnte. Der Sichtungszeuge hat etwas gesehen oder erlebt, das er sich nicht erklären kann und sucht Hilfe! Ihm diese Hilfestellung zu geben und jeden Sichtungsfall mit der gleichen Sorgfalt und Wertfreiheit zu begegnen, das muss unsere Aufgabe sein!

Aber wie ist es mit guten Ratschlägen?

Wie so oft sind diese vergessen wenn man sich selbst schon im Vorfeld seine Meinung gebildet hat. Für den Einen UFO Forscher gibt es eindeutig eine außerirdische Präsenz und dies versucht er in jedem gemeldeten Sichtungsfall zu beweisen – für den Anderen UFO Forscher gibt es eindeutig keinerlei Anzeichen für eine exotische Erklärung, gibt es nur die Möglichkeit, dass die Sichtungen eine natürliche Erklärung haben – beide gehen nicht wertefrei an die Sache und beide versuchen die ihnen gemeldeten Fälle derart einzustufen, dass sie ihrer persönlichen Überzeugung entsprechen und lassen Sichtungen, die evtl. eine andere Deutungsweise versprechen, erst gar nicht zu.

Lassen Sie uns dies an zwei Beispielen einmal veranschaulichen!

Beispiel 1

In der Nacht von Donnerstag, dem 13. auf  Freitag, den 14. August 2009 meldet sich um 0:30 Uhr der 35-jährige Ingenieur Alexander Ellsbecker aus Münster telefonisch bei einer UFO-Hotline in Deutschland.

Der verunsicherte Sichtungszeuge beschreibt seine Sichtung, die er momentan gerade vor Augen hat, und bereits seit 20 Minuten beobachtet. Zwischendurch suchte er sich die Nummer der UFO-Hotline im Internet heraus um dort das Gesehene zu melden.

Der Ingenieur aus Münster sieht von seinem Garten aus ein riesiges schwarzes Dreieck am Himmel – ein Dreieck deswegen, weil er in dieser sternenklaren Nacht ganz deutlich die Sterne am Firmament sehen kann, aber dieses Objekt, das sich langsam von Nord nach Süd bewegt, die Sterne an einem Teil des Himmelszeltes verdeckt. Anfangs denkt er, es könnte eine Wolke sein, doch unschwer erkennt man an jedem der drei Eckpunkte dieses „Dinges“ wie er es am Telefon dem vermeintlichen UFO Ermittler betitelt, ein grelles Licht, das pulsiert und von Rot in Blau übergeht. Die Größe kann er schlecht abschätzen, aber das Objekt nimmt ca. 1/5 des Himmels ein.

Herr Ellsbecker verspricht sich von seinem Anruf bei einer UFO-Hotline dass derjenige am Telefon ihn kompetent berät was es denn sein könnte oder dass dieser wenigstens alles notiert und weitere Recherchen anstellt. Statt dessen wird Herrn Ellsbecker schon nach noch nicht mal einer Minute klar, dass der Angerufene ihn möglichst schnell abwimmeln möchte.

„Haben Sie denn schon die Polizei gerufen?“ fragt die Stimme am Telefon. Und Herr Ellsbecker verneint dies, da er sich ja nicht direkt bedroht fühlt und auch nicht riskieren möchte, dass die Polizei von ihm denkt, dass er nur ein Spinner sei, der zu nachtschlafender Zeit die Behörden belästigt. Dies sagt er auch dem UFO Fallermittler und hofft auf Verständnis – hat dieser doch wahrscheinlich tagtäglich mit Menschen zu tun, die, wenn sie ihre Sichtung jemandem erzählen würden, von diesem oft ausgelacht würden.

Doch der Angerufene zeigt überhaupt kein Verständnis „Das könnte was größeres sein, rufen Sie am besten die Polizei oder die Luftüberwachung an, ich kann Ihnen von hier aus nicht weiterhelfen!“ Sprach er und legte auf, ohne auch nur einmal nach dem Namen, dem Ort der Sichtung oder weiterer Umstände zu fragen. Geschweige denn eine mögliche Lösung zu präsentieren. Das Gespräch dauert noch nicht mal 2 Minuten und hinterlässt einen frustrierten und in gewissermaßen eingeschüchterten Menschen, der eigentlich dachte an einer Stelle anzurufen, die Verständnis für ihn aufbringt.

Beispiel 2

Nina Sponheuer, Kindergärtnerin in Münster und wohnhaft in Münster-Albachten, einem kleinen Vorort von Münster, sichtet zur gleichen Zeit wie Herr Ellsbecker das vermeintlich gleiche Objekt von ihrem Balkon aus und schickt an die gleiche UFO-Meldestelle folgende email:

Hallo,

ich hoffe Sie können mir helfen, denn ich weiß nicht, an wen ich mich wenden soll.

Aufgrund Ihrer Homepage denke ich dass ich bei Ihnen richtig bin, denn was ich gesehen habe ist bestimmt ein UFO!

Ich habe in der Nacht vom Donnerstag auf Freitag um 0:30 Uhr, als ich zum rauchen auf den Balkon musste, ein riesiges Dreieck gesehen. Das können Sie mir glauben oder nicht, aber es war so groß, dass es die Sterne teilweise verdeckt hat und einen großen Teil des HImmels bedeckte. Es war eine klare Nacht und man konnte die Sterne gut sehen. Nur dort wo dieses Ding geflogen ist, waren keine Stern zu sehen. An den drei Ecken hatte es große lichter in rot, die langsam blau wurden. Dann wieder rot!

Unheimlich war auch, dass man rein gar nichts hörte – ich meine gar nichts, noch nicht mal irgendwelche Tiere! Das Ding zog langsam über den Himmel, so langsam, dass ich es 10 Minuten sehen konnte. Leider war ich allein und deswegen möchte ich nachfragen ob noch jemand anderes sich bei Ihnen gemeldet hat und dieses Ding gesehen hat. Und was war das?

Ich wohne in Münster-Albachten und mein Balkon liegt auf der Südseite. Das Ding flog direkt über mich weg, Richtung Norden. Als ich das Ding (ich weiß nicht wie ich es nennen soll) nicht mehr sah, weil es über dem Dach war, bin ich auf die andere Seite der Wohnung gegangen und  hab es vom Fenster aus noch ein wenig sehen können, dann aber verschwand es plötzlich mit einem Affentempo gerade in den Himmel hinauf. Da ich Kindergärtnerin bin und wir gestern einen Ausflug gemacht haben, konnte ich mich erst jetzt bei Ihnen melden!

Hoffe Sie wissen was das war!

Liebe Grüße

Nina Sponheuer

Szenenwechsel:

Der Internet-Blog des „UFO-Fallermittlers“ und Betreibers der laut seinen eigenen Aussagen „einzigen UFO-Meldestelle Deutschlands“ gibt am 16. August 2009 Auskunft über die an den Vortagen eingegangenen UFO Meldungen.

Auf ca. 7 DIN A 4 Seiten widmet sich der UFO Fallermittler ausgiebig verschiedenen Sichtungen, bei denen es sich aller Wahrscheinlichkeit um MHB´s (Miniatur Heißluftballons), Sternschnuppen und die Sichtung eines großen Boliden gehandelt hat, der vor allem aus dem Norden von Rheinland Pfalz und in Nordrheinwestfahlen gesichtet worden ist.

Nebenbei bemerkt dieser „Ich bin überzeugt, dass es keinerlei Standard sein kann, neben der Kappe zu liegen – aber in der UFOlogie ist dies nun einmal grundsätzlich so, um künstlich eine „Thrilltime“ aufzumachen.

Köstlich, dieser Seitenhieb auf die UFOlogie, die von dem Verfasser des Blogs immer wieder mit verächtlichen Worten gestraft wird! Gerade dann ist dies so interessant, wenn man weiß, was nun kommt:

Die vielen Beschreibungen der Sichtungszeugen von dem Boliden, der von Ost nach West seine Bahn zog und der sich laut den vorliegenden Aussagen so darstellte, dass er einen langen weißen Schweif hatte, und der Kopf sich von glühend Orange über Weiß bis hin ins Grün verfärbte sind eindeutig und lassen keine anderen Schlüsse zu. Berichte hierüber kamen laut Blogeintrag von Sichtern in Dinslaken, Mönchengladbach, Trier, Mainz, Koblenz und der Vulkaneifel.

Nach einer Reihe von Beschreibungen dieser Bolidensichtungen wird der Sichtungszeuge aus Beispiel 1 wie folgt erwähnt:

„Nachdem ich dann um 0:30 h einen total-irren, versponnen-ufologischen Anruf in dieser Angelegenheit entgegennahm, war es mir auch zuviel geworden und hängte aus.“ (Hervorhebung durch die Autoren)

Unsere Frage nun an Sie: Darf es sein, dass ein UFO-Sichtungszeuge nicht nur nicht ernst genommen, sondern auch noch in einem Blog verhöhnt wird? Unter einem „total-irren, versponnen-ufologischen“ Anruf verstehen wir etwas anderes als die sachliche Schilderung eines Ingenieurs, der in keiner Weise auch nur die Worte UFO oder gar Außerirdisch in den Mund genommen hatte.

Kann es nicht sogar sein, dass der angebliche UFO Fallermittler ganz entgegen aller Ratschläge, wie man sich einem UFO Sichtungszeugen gegenüber zu verhalten hat schon vorab eine Wertung vorgenommen hat? Kann es sein, dass dieser angebliche UFO Fallermittler Sichtungsmeldungen nur dann zulässt, wenn diese „in sein Schema“ passen und eindeutig und ohne lange Recherchen eine natürliche Erklärung zulassen?

Aber vielleicht war dies ja ein Einzelfall?
Kommen wir zu Beispiel 2 – auf den ersten Blick erkennt man, auch wenn man nicht in der Thematik steckt, dass die Beispiele 1 und 2 wahrscheinlich das gleiche Objekt beschreiben. Man hat also zwei Augenzeugen für die gleiche Sichtung, die eindeutig nicht mit den anderen, in dieser Nacht gemeldeten Bolidensichtungen gleichzusetzen ist und augenscheinlich unabhängig voneinander gemeldet wurden!

War dies nun ein Einzelfall mit dem Sichtungsfall von Herrn Ellsbecker?

Bis zum 19. August 2009 hat sich der angemailte UFO Fallermittler weder bei Frau Sponheuer per email gemeldet, noch wurde diese Sichtungsmeldung in den sonst so umfangreichen Internet-Blog der „einzigen UFO Meldestelle Deutschlands“ aufgenommen.

Hat dies System? Der Eindruck zwängt sich einem auf!

Auf jeden Fall ist dies ein Paradebeispiel für die „Unvoreingenommenheit“ bei UFO Falluntersuchungen, die leider auf beiden Seiten des UFO-Lagers immer wieder hervor tritt.

P.S.: Wir haben grundsätzlich nicht den Namen des Fallermittlers genannt – auch wenn jedem Interessierten klar sein wird, wer damit gemeint ist. Wir möchten jedem Menschen mit Respekt entgegentreten und nicht in einer persönlichen Hetzkampagne einzelne Menschen oder Organisationen diffamieren. Uns geht es lediglich darum aufzuzeigen, dass die Ermittlungsmethoden Diskrepanzen aufzeigen, die einer endgültigen Klärung des UFO Phänomens, das ja nach wie vor besteht, denn nicht alle Sichtungen sind mit den jetzigen Erkenntnissen aufzuklären, im Wege stehen und uns alle behindern!

Quelle Danke an Stalker für die Quelle


Leave a Reply