Außerirdische Aminosäuren

Vor drei Jahren hatte eine Raumsonde Proben von Kometenstaub zur Erde gebracht. Die darin entdeckten Aminosäuren gehen nicht auf irdische Verunreinigungen zurück, haben amerikanische Chemiker nun zeigen können. Gemessen an ihren chemischen Bausteinen, müssen die organischen Verbindungen im All entstanden sein.
Bei den zwei analysierten Aminosäuren handelt es sich um die 6-Aminohexansäure und das Glyzin – letzteres ein häufiger Bestandteil von Proteinen. In dem von der Sonde Stardust gesammelten Material enthalten beide Verbindungen deutlich mehr “schweren†Kohlenstoff-13 als für irdische Proben typisch, fanden Jamie Elsila vom Goddard Space Flight Center der NASA und ihre Kollegen. “Das lässt vermuten, dass das Material aus dem Kometen kommt.â€
Stardust war im Jahr 2004 in nur 240 Kilometern Entfernung an dem Kometen Wild 2 vorbeigeflogen und hatte dabei mit einem schildartigen Probensammler Partikel aus der Umgebung des staubigen Eisbrockens aufgelesen. Zwei Jahre später war der Probenbehälter an einem Fallschirm im Westen der USA sanft zu Boden geschwebt. Seitdem sind zahlreiche organische Verbindungen, darunter mehrere Amine und Aminosäuren, in dem Material entdeckt worden.
Um die Herkunft dieser Verbindungen zu klären, analysierten die Forscher die beiden häufigsten Aminosäuren in den Proben. Ihr Untersuchungsmaterial stammt nicht aus dem eigentlichen Probenfänger, sondern aus dessen Gitterabdeckung. Die Resultate präsentieren sie auf einem Fachkongress in Washington.
“Es bestand die Möglichkeit, dass das Glyzin letztlich auf die Handhabung bzw. die Herstellung der Sonde zurückgingâ€, so Elsila weiter. Aufgrund der Kohlenstoff-Isotopensignatur könne diese Möglichkeit nun ausgeschlossen werden. “Unsere Ergebnisse stützen daher die Theorie, dass ein Teil der Grundbausteine des Lebens im All entstanden und vor langer Zeit bei Meteoriten- und Kometeneinschlägen auf die Erde gelangt ist.â€
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