
Auf den Tag genau vor 50 Jahren startete Frank Drake den ersten Suchlauf nach außerirdischen Funksignalen
Seitdem der US-Radioastronom Frank Drake am 8. April 1960 den ersten wissenschaftlich-systematischen Lauschangriff auf außerirdische Funksignale initiierte und bislang mehr als 120 weitere SETI-Suchprogramme seinem Beispiel folgten, zog keiner die lang ersehnte interplanetare Flaschenpost ans Erdufer. Damit das außerirdische Treibgut endlich in Greifweite rückt, ziehen Drake und seine Nachfolger alle Register der Kunst und nutzen immer schnellere Computer, bessere Software und leistungsstärkere Teleskope. Sie optieren ihre Suchstrategien, erweitern den Zielsternkatalog ständig und nehmen auch seit neun Jahren offiziell außerirdische Lasersignale ins Visier. Anlass genug, um einen Blick auf den Anfang des SETI-Programms zu werfen, das heute seinen 50. Geburtstag feiert.
Der Ruf der Plejaden
Wer oder was das Aufkommen des jungen SETI-Gedankens und seine erstmalige technische Umsetzung auch immer begünstigt haben mag – den ersten kleinen Schritt in eine neue Welt machte im Jahr 1956 der 26-jährige Doktorand der Harvard-Universität in Massachusetts, Frank Drake, eher zufällig. Mit dem (damals) neuwertigen 18-Meter-Radioteleskop der universitätseigenen Sternwarte “George R. Agassiz-Station”, die einmal als Oak-Ridge-Observatorium in der Radioastronomie Bekanntheitsgrad erlangen sollte, sammelte der junge Doktorand und Cornell-Bachelor-Absolvent Datenmaterial für seine Dissertation. Als er den 210 Lichtjahre entfernten Plejaden-Sternhaufen anpeilte und eine routinemäßige Beobachtungssequenz einleiten wollte, registrierte er ein “verblüffend regelmäßiges” Signal, das ausgerechnet auf der Wasserstoff-Strahlungslinie des elektromagnetischen Spektrums lag, also genau in dem Bereich, in dem das am reichlichsten vorhandene Element im Universum emittiert. (weiterlesen…)